Arbeitszeiten einer Nanny 

Fluch oder Segen?
"Definitiv ein Segen", erzählt uns die Nanny Marie

Die ungewöhnlichen Arbeitszeiten einer Nanny

 

Der Alltag beginnt früh, auch für die kleinsten Familienmitglieder. Immer früher beginnt für sie die Zeit, in der sie morgens das Haus verlassen und bis mindestens mittags in einer Kindertagesstätte untergebracht sind. Auch die Arbeitszeiten der Eltern haben sich in den letzten Jahren enorm gewandelt – flexibler und umfangreicher lautet hier das Motto, für Mütter gleichermaßen wie für Väter. Dies hat auch den Nannyjob ein wenig auf den Kopf gestellt. Die früheren Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr gehören somit der Geschichte an. Doch muss die Nanny von heute nicht vor den neuen Herausforderungen und Arbeitszeiten zurückschrecken, wie sich im Interview gezeigt hat.

Starfamily:
Marie, wie sieht dein Tag als Vollzeit-Nanny aus? Wann beginnst du und wie lange arbeitest du?

Marie:
Mein Tag beginnt um 13 Uhr, wenn ich die beiden Kinder aus der Kita abhole. Dann wird gemeinsam gegessen und gespielt, außerdem unterstütze ich die beiden   berufstätigen Eltern ein wenig im Haushalt. Auch um das Abendessen kümmere ich mich soweit und schaue, dass die beiden bettfertig sind, bis die Eltern nach Hause kommen. Mein Arbeitstag endet somit zwischen 19 und 20 Uhr.

Starfamily:
Das sind ja eher ungewöhnliche Arbeitszeiten, die zunächst einmal abschrecken können. Welche Vor- und Nachteile siehst du darin?

Marie:
Definitiv zunächst ungewöhnlich, aber alles andere als negativ. Ich kann für mich daraus zahlreiche Vorteile ziehen. Ich habe morgens genügend Zeit, mich um meinen eigenen Haushalt zu kümmern, einkaufen zu gehen, Arzttermine zu erledigen oder zum Sport zu gehen. Die Zeit am Vormittag nutze ich so für mich. Damit gelingt es mir optimal, dass ich genügend Zeit sowohl für meine privaten als auch für meine beruflichen Aufgaben finde.

Ungewöhnlich, aber definitiv positiv

 

Starfamily:
Da würde ich gerne noch ein wenig nachhaken, Marie. Du hast frei, während andere schon arbeiten, arbeitest aber dafür, wenn andere schon ihren Feierabend gemeinsam genießen. Was bedeutet das für dein Privatleben, auch mit Freunden?

Marie:
Das stimmt. Ein großer Vorteil, wenn man frei hat, während andere arbeiten, entsteht für mich definitiv durch eine große Zeitersparnis. Denn morgens ist überall viel weniger los, egal ob im Supermarkt oder beim Friseur. Ich komme schneller dran und kann deutlich mehr in derselben Zeit erledigen als am Abend. Tatsächlich hatte ich am Anfang selbst ein wenig Bedenken, wie das werden würde, wenn ich erst später am Abend die Arbeit beende und meine Freunde dann schon längst unterwegs sind. Aber   diese Sorgen haben sich als vollkommen unbegründet erwiesen. Ich komme zwar zu den meisten Verabredungen ein wenig später dazu, kann dafür aber umso länger bleiben, denn ich kann ja am nächsten Morgen auch ein bisschen länger schlafen und bin so dennoch fit bei der Arbeit, selbst wenn der Abend mal ein wenig länger ging. (lacht)

Und noch etwas gefällt mir sehr an diesen etwas außergewöhnlichen Arbeitszeiten einer Nanny. Denn egal ob ich mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, ich muss mich nie auf viel Verkehr einstellen.

Starfamily:
Das klingt wirklich super. Hat sich mit den veränderten Arbeitszeiten auch etwas in der gemeinsamen Zeit mit den Kindern verändert? Immerhin ist es ja nun noch eine Person mehr, nämlich die Kita, die sich mit den Kindern beschäftigt.

Marie:
Das Gefühl habe ich nicht. Während bei anderen Kindern die Mama zum Abholen in die Kita kommt, bin ich es eben, aber die Kinder freuen sich genauso. Nach wie vor ist diese ungeteilte Aufmerksamkeit, die ich den Kindern über den restlichen Tag schenken kann, wohl das, was sie besonders genießen. Denn während sie in der Kita viel Rücksicht nehmen müssen und zahlreiche Kinder zusammenkommen, beginnt ab Mittag ein bisschen mehr das individuelle Verwöhnprogramm. Und wo ich einst das Frühstück begleitet habe, ist es nun eben das Abendessen und die nahende Bettzeit, die auch viele schöne Seiten mitbringt.

Starfamily:
Danke dir für deine Antworten. Zum Schluss noch eine letzte Frage: Was kannst du anderen bezüglich der Arbeitszeiten einer Nanny mit auf den Weg geben?

Marie:
Gar nicht zu viel zu grübeln, sondern auszuprobieren. Der Nannyjob bringt so viele schöne Seiten mit sich, dass es vollkommen egal ist, ob man morgens um 8 oder eben erst mittags um 13 Uhr mit der Arbeit beginnt. Die Arbeitszeiten einer Nanny mögen sich zwar gewandelt haben, nicht aber diese unvergesslichen Momente, die mit der Arbeit mit Kindern und dem Prozess, sie beim Großwerden zu begleiten, entstehen.

 

 

Natürlich gibt es neben diesen neuen Arbeitszeiten einer Nanny auch noch immer den klassischen Arbeitstag von 8 bis 17 Uhr. Damit geht allerdings ein Wandel in den Aufgabenbereichen einher, was Sie im Beitrag: „Nannyjob im Wandel: Von der Nanny zur Familienmanagerin“ nachlesen können. 

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